Faschingsfreunde Münsterhausen e.V.

Leserbrief zum Artikel „Nach Faustschlag mit blauem Auge davon gekommen"

Als Veranstalter des Nachtumzuges in Münsterhausen haben wir die Berichterstattung über das Verfahren gegen einen jungen Mann wegen Körperverletzung aufmerksam verfolgt. Die darin zitierten Äußerungen von Frau Buck-Wiedenmann, wie z. B. der Faschings-Nachtumzug in Münsterhausen sei „berühmt-berüchtigt“ oder „Es ist eine Katastrophe. Am besten würde man ihn abschaffen...“, stießen bei uns auf völliges Unverständnis und Verärgerung. Diese Kritik ist nach unserer Meinung völlig haltlos, wenn nicht sogar unverschämt.

In Art. 5 Abs. 1 GG heißt es zwar „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten“, jedoch empfinden wir diese Aussagen als Beleidigung unseres zeitaufwendigen, ehrenamtlichen Engagements für die Pflege und den Erhalt der schwäbischen Fasnacht. Wir sehen zudem den guten Ruf unseres Nachtumzuges, den wir uns in den letzten Jahren hart erarbeitet haben, als gefährdet an. Auf welche Tatsachen oder Ereignisse berufen sich diese Aussagen? Woher nimmt Frau Buck-Wiedenmann sich das Recht ohne weitere Angaben von Gründen die Abschaffung des Nachtumzuges in Münsterhausen zu fordern? Dass der Fasching vor allem in unserem Landkreis einen immer schlechteren Ruf erhält, ist unserer Meinung nach genau solchen Vorwürfen und Behauptungen zuzuordnen.

Die Planungen für eine derartige Großveranstaltung mit mehr als 10.000 Besuchern beginnen etwa ein Jahr vor dem eigentlichen Event. In unzähligen Sitzungen zusammen mit Polizei, Landratsamt, Verwaltungsgemeinschaft, Sicherheitsdienst, Feuerwehr und Rettungsdienst steht die Sicherheit aller Besucher und Teilnehmer an oberster Stelle. Auch in finanzieller Hinsicht scheuen wir hier keine Mühen und Kosten. Trotzdem lässt es sich nicht gänzlich vermeiden, dass es vereinzelt zu Streitigkeiten zwischen Besuchern kommt. Jedoch ist es für uns unverständlich, warum eine komplette Veranstaltung öffentlich verunglimpft wird, wenn sich ein junger, erwachsener Mann in kurzer Zeit größere Mengen Schnaps einflößt, sich dadurch in der Folge nicht mehr im Griff hat und, wie aus dem Artikel hervorgeht, nicht zum ersten Mal in Folge seines alkoholisierten Zustandes, handgreiflich wird. Diese Situation hätte sich genauso auf der Krumbacher Festwoche, einem Discobesuch oder bei einem privaten Geburtstag ereignen können. Schuld ist aber wieder mal der Fasching. Auch im Namen anderer Faschingsvereine wollen wir einmal deutlich klar stellen, dass im Zeitraum von Janaur bis März nicht immer alles Negative dem Fasching in die Schuhe geschoben werden kann. Jede Person ist für sich selbst verantwortlich und muss in der Konsequenz für eventuelle Fehler gerade stehen. Fasching ist Fasching, Schnaps ist Schnaps. Bestraft bzw. sanktioniert werden am Ende dann aber wieder die teilnehmenden Gruppen und Veranstalter durch weitere Auflagen durch das Landratsamt.

Während 99% der Besucher des Nachtumzuges in Münsterhausen friedlich die fünfte Jahreszeit feiern, gibt’s es nur einen winzigen Bruchteil, die uns als Veranstalter, dem eingesetzten Sicherheitsdienst oder auch der Polizei größere Schwierigkeiten bereiten, die zudem meist mit Fasching, Fasnacht oder Karneval wenig bis gar nichts am Hut haben. So kommt es dann, dass kurze Zeit später die Berichterstattung aus dem Polizeibericht fast genauso viele Zeilen wie die eigentliche Berichterstattung einer Faschingsveranstaltung oder eines Umzuges füllt.

Wie bereits erwähnt, sind wir, wie auch alle anderen Faschingsvereine, ausschließlich ehrenamtlich tätig und investieren viele Stunden unserer Freizeit für die Gestaltung aufwendiger Faschingswagen oder die Organisation großer Faschingsevents. Der gesamte Erlös des Nachtumzuges kommt ausschließlich dem Verein zu Gute. Für einige Vereine stellt der Nachtumzug zudem eine nicht verzichtbare Einnahmequelle dar. Wir fordern daher Frau Buck-Wiedenmann und alle anderen Faschingskritiker auf, nicht immer nur zu kritisieren, sondern mit konstruktiven Verbesserungsvorschlägen auf uns oder auch andere Veranstalter zuzukommen um sich gemeinsam an einen runden Tisch zu setzen. Außerdem laden wir Frau Buck-Wiedenmann im Februar 2017 zu unserem 10. Jubiläumsnachtumzug nach Münsterhausen ein, damit sie sich ein besseres Bild von der tatsächlichen Situation vor Ort machen kann!

Auf diesem Wege möchten wir uns erneut für die hervorragende Zusammenarbeit mit der VG Thannhausen, der Polizei Krumbach, der Agentur EMV sowie der Paramedic Ambulanz Kirchheim bedanken!

Mit fasnachtlichen Grüßen

Matthias Veit, 1. Vorstand

Tobias Biberacher, Schriftführer

im Namen der Vorstandschaft und aller Mitglieder Faschingsfreunde Münsterhausen e.V.

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